Kann man das noch „Rap“ nennen ?

Viele Melodien, wenig Text, wenig Inhalt und Massentauglichkeit.

Wer kennt sie nicht, unsere deutschen Rap-Urgesteine.

Sido, Bushido, Savas, Kollegah, Favorite, Btight, Samy Deluxe, Eko Fresh, Farid Bang, Fettes Brot, Casper, Fler, Prinz Pi und Azad.

Über die größten Rap-Labels verteilt, wie Ersguterjunge, Aggro Berlin, Selfmade oder Royal Bunker.

Eben der Rap, der so sehr kritisiert wurde, der Rap, der aus den USA rüber-schwappte und aus dem diese Ur-Gesteine, durch die Prägung durch NWA, Tupac, Biggie, Nas und Puff Daddy, ihren eigenen Stil hinaus-arbeiteten und die ersten Rapper Deutschlands wurden

Die meisten dieser Rapper rappen auch heute noch, also die Deutschen, weil, die Hälfte der amerikanischen Rapper ist tot.

Nur hat sich die Szene in eine andere Richtung entwickelt, denn, die „Rapper“ von heute, zumindest die meisten, kopieren ihren Sound von den Amis und den Franzosen.

Der Sound dieser „Musiker“ ist wie eine Mischung aus Dance Hall, Eurodance,  irgendwo auch Rap und Schlager.

Wie man hört: Massenkompatibel.

Wofür der Rap einmal stand, nämlich der Text, bleibt dabei völlig auf der Strecke und der Sound wird dabei so verändert, dass jeder besoffene auf Mallorca und auch jeder Radiohörer dem ganzen ohne Murren zuhören würde.

Das ist an sich auch in Ordnung, solange man dies nicht als Rap verkaufen würde, denn das ist es halt nun mal nicht.

Natürlich soll jeder das hören, was er hören will, dennoch muss man sehen, welche kommerziellen Folgen jene Vermarktungsstrategie hat.

Das Wort „Rap“ hat auf Jugendliche und junge Erwachsene einen Einfluss und auch das gesprochene Wort, anstelle des gesungenen Wortes hat eine gewisse Bedeutung gewonnen.

Teenager stehen auf Rap und das weiß auch Sony.

Sony Music Entertainment, auch genannt, der Tod der Musik und gleichzeitig dessen Auffrischung und Lebenselexir.

Dieses Unternehmen ist , zu einem sehr großen Teil, dafür verantwortlich, dass sich die Musikindustrie verändert.

Geld verdienen war schon immer ein großer Punkt in der Musikindustrie, aber gerade in den letzten fünf Jahren ist dieses Streben nach Geld auch im Rap sehr stark aufgetreten.

Man versucht, durch Leitung verspießter alter weißer Männer, Musik für jugendliche herzustellen.

Auch in den 90ern gab es das schon mal, in den USA, Stichwort Jerry Heller ( ehemaliger Manager von NWA ).

Der Sinn von Rap ist es, die Hip-Hop Kultur auszuleben und den Menschen diese Seite der Welt aufzuzeigen.

Aber das ist heutzutage nicht mehr so und warum ?

Naja, auch wir Zuhörer sind daran nicht ganz Unschuldig.

Spotify und Tik Tok sind womöglich die beiden wichtigsten Einflusspunkte für die Musik heutzutage, vielleicht kann man Youtube noch mit dazu zählen.

Stream-Zahlen sind das, was den Markt bestimmt.

Wie viele CD´s werden noch verkauft, wie viele LP´s und kaum einer hört noch ein ganzes Album.

Playlists bestimmen den Markt und die Lieder, die jeder hört, die einen guten Sound haben, die werden auf Tik Tok als Hintergrundmusik verwendet und dadurch hören es gerade die jungen Zuhörer oft, weshalb sie dieses Lied dann auch auf Spotify in ihre Playlist packen.

Eben dadurch generieren Künstler streams und verdienen Geld.

Man kann auch sehr gut von „natürlicher“ Musik leben, aber es ist deutlich schwieriger.

Ich würde es als den Schlagereffekt beschreiben.

Viele Melodien, wenig Text, wenig Inhalt und Massentauglichkeit.

Man könnte nun sagen: Naja, so lange es den Leuten gefällt.

Aber diese Art von Musik macht und hält die Leute dumm.

Diese Musik bildet nicht und jeder der jetzt sagt, Rap würde nicht bilden, der hat noch nie einen Rap-song gehört.

Und mit „bilden“ meine ich, dass man sich Gedanken über solche Lieder mache kann ohne dass eine auffällt, wie schlecht diese Musik eigentlich ist.

Ich weiß, ich höre mich an, wie ein alter Mann in den fünfziger Jahren , der den Kindern erklärt, dass Rock n Roll schlecht für sie ist.

Aber ich muss dazu noch eines sagen.

Ich bitte die Leser, dass sie sich wirklich einmal etwas vom „neuen Rap“ anhören und dann etwas vom wirklichen Rap.

Bitte vergleicht die Texte miteinander, denn dann fällt euch auf, wo der Unterschied liegt.

Und vom Auto-tune will ich gar nicht erst anfangen.

PS. Hört was ihr wollt, denn das ist der Sinn von Musik. Es soll einem Freude bereiten.

Es geht mir nur um die Nutzung des Wortes „Rap“ und die Vermarktung der „neuen“ Musik.

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