Gentechnik- Freund oder Feind?

Ein Beitrag von Jorden D. Martens

Neulich im Fernsehen: „Unser Käse schmeckt besonders gut, weil da keine Gentechnik drinnen steckt!“ Ich bin überrascht.. Da fragt man sich doch.. , was wollen diese Menschen einem damit sagen? Nach was soll Gentechnik denn schmecken? Schokolade, Mint oder doch eher Fizzy-Berry?

Nun, erstmal Gentechnik mit Geschmack zu assoziieren ist falsch. Wenn man am Erbgut rumfuchtelt, kann das natürlich eine Birne bitter machen. Das ist aber nur eine Möglichkeit von vielen. Was Gentechnik ausmacht, sind eben diese Möglichkeiten. Man kann unter kontrollierten Bedingungen Mutationen hervorrufen und sie für sich nutzen. Der Apfel soll blau sein? Klaro. Der Schwammspinner soll meinen Baum in Ruhe lassen! Auch das ist möglich. Warum ist Gentechnik dann so in Verruf?

In den Sechziger Jahren als der Wissenschaftler Marshall Nirenberg erstmals einen genetischen Code entschlüsselte, waren viele Menschen verunsichert. Der Contergan-Skandal und das Wissen über die Wirkung radioaktiver Strahlung verbreitete sich immer weiter in der Bevölkerung. Die Menschen wurden skeptischer gegenüber wissenschaftlichen Eingriffen in ihr Leben. Außerdem könnte die Gentechnik missbraucht werden, um Monopolstellungen zu erzwingen. Bauern wären abhängig vom richtigen Saatgut und die Folgen für den Menschen könnten unerwartet sein. Zudem könnte manipuliertes Erbgut sich mit natürlichem vermischen und Arten könnten verdrängt oder ausgerottet werden. Ist unsere Biosphäre in Gefahr?

Heute nach über 50 Jahren der Untersuchung und unzähligen Studien stehen die Fakten eher gegen diese Argumente. GMOs, also Genetisch veränderte Objekte/Lebensmittel wirken sich nicht anders auf den Menschen aus als natürliche Produkte. Auch müsste man den Natürlichkeitsbegriff neu definieren. Im Grunde manipulieren wir Gene schon seit vielen Jahrtausenden. Eine Hunderasse gezielt zu züchten unterscheidet sich nicht wesentlich, jedoch hofft man hierbei auf eine spontane Mutation. Der Indikator Glück wird in der Gentechnik nicht benötigt. Hierbei kann man gezielt und kontrolliert die gewünschte genetische Veränderung herbeiführen. Auch Bauern hätten keinen Grund zur Sorge. Anstatt teure Pestizide auf die Äcker zu geben könnte man GMOs nutzen die Resistent gegen gewisse Schädlinge sind. Glyphosat beispielsweise wäre überflüssig. Auch könnte man die Pflanzen effizienter machen. Ertragreichere Äcker könnten die Bevölkerung weitaus effizienter versorgen und es würde Landfläche gespart werden. Warum sich von Chemiekonzernen abhängig machen, wenn man gesündere, effizientere andere Pflanzen verwenden kann?

Natürlich sollte man alles mit einer Prise Skepsis nehmen, jedoch ermöglicht uns die Gentechnik unzählige Möglichkeiten, und wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird, kann sie ein nachhaltiger Verbündeter sein im Kampf um den Schutz unserer Biosphäre. Und bitte… liebe Käsehersteller, hört auf mit dieser Werbung…

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